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Die Sage von Ritter Kuno von Falkensteig

Die Sage von Ritter Kuno von Falkensteig

Ritter Kuno von der Burg Falkenstein, oberhalb des unteren Höllentals, folgte Anfang des 14. Jahrhunderts dem Ruf von Heiligen Bernhard von Clairvaux ins Heilige Land, das Kreuz zu predigen. Unter Tränen bat er seine Frau Ida, ihm sieben Jahre die Treue zu halten. Sollte er bis dann nicht wieder zurückgekehrt sein, solle sie ihn als tot betrachten. Zum Zeichen der gegenseitigen Treue zerbrach er seinen Ehering und gab Ida eine Hälfte.

Kuno geriet in türkische Gefangenschaft und unter der Knechtschaft eines Sultans vergingen viele Jahre. Schließlich konnte er fliehen und eines Nachts während der Flucht sah er im Traum seine Frau Ida, die von einem anderen Mann zum Altar geführt wurde. Der Teufel hatte ihm diesen Traum geschickt und schlug Kuno vor, ihn in Gestalt eines Löwen noch rechtzeitig in die Heimat tragen, bevor seine Frau erneut vermählt werden würde. Allerdings müsse Kuno auf dieser Reise wach bleiben, schlafe er ein, sei er ihm, dem Teufel, zu eigen. Kuno willigte ein, doch unterwegs befiel den Ritter eine lähmende Müdigkeit. Da stürzte ein großer Falke aus den Wolken herab, setzte sich auf Kunos Kopf und verscheuchte mit seinen Flügeln und dem Schnabel den Schlaf. Beim ersten Hahnenschrei setzte der Teufel Kuno beim Wirtshaus „Zum Rindsfuß“, dem heutigen „Gasthaus Fortuna“, in Kirchzarten ab. Als er sah, dass der Ritter wach war, ergriff er rasend einen Stein, ihn zu töten. Doch der Stein schlug krachend in eine Ecke des Wirtshauses und der Teufel war um seine Beute gebracht.

In der Morgenfrühe kam der Hochzeitszug mit Ida und ihrem künftigen Ehemann Johann von Snewlin auf dem Weg zur St. Gallus Kirche vorbei, wo ein Willkommenstrunk gereicht wurde. Kuno trat verhüllt heran und bat um einen kleinen Schluck. Ida reichte ihm den Kelch, Kuno trank daraus und ließ dann seine Ringhälfte hineingleiten. Ida bemerkte das, warf ihre Hälfte hinzu, und beide Teile schlossen sich zu einem Ring, als wären sie nie getrennt gewesen. „Die ist mein geliebter Gatte Kuno“, wandte sich Ida an Johann. „Ich hielt ihm sieben Jahre die Treue und Gott hat ihn mir in seiner Güte zurückgegeben.“ Sie führte Kuno zur Kirche zur neuen Besiegelung ihres Bundes.

Der Teufelsstein ist bis heute an der Ecke des Gasthaus Fortuna zu sehen sowie ein Relief, das Kuno mit einem Löwen zu seinen Füßen und einem Falken über seinem Kopf zeigt. Die Grabplatte mit dem gleichen Motiv ist gut erhalten in der St. Gallus Kirche zu betrachten.

(nach: „Sagen und Märchen aus dem Schwarzwald“ und „Alt-Kirchzarten erzählt“)
Die Sage von Ritter Kuno von Falkensteig
Der Barbarastollen in Oberried – Deutschlands Gedächtnis
In Oberried befindet sich eine ganz besondere Stätte: Im Barbarastollen, einst ein Abraumstollen des Bergwerks am Schauinsland, wo viele hundert Jahre nach Silber und Erz gegraben wurde, liegt heute, gut geschützt, das kulturelle Gedächtnis unseres Landes. Seit den 1960er Jahren werden wichtige Dokumente der deutschen Geschichte, wie Urkunden, Akten, Pläne oder Karten auf Mikrofilm gespeichert und in Edelstahlbehältern für die Nachwelt sicher verwahrt.